Sonja Walch


foto sonja walch smallMag. Dr. Sonja Walch studierte Pharmazie an der Universität Wien und absolvierte anschließend eine Ausbildung zur Apotheker*in. Mit ihrer interdisziplinären, wissenschaftshistorischen Studie „Sexualhormone in der Laborpraxis. Eugen Steinachs Experimente und seine Kooperation mit Schering, 1910–1938“ wurde sie 2011 am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien promoviert. Von 2012 bis 2017 forschte sie am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien im Einzelprojekt „Tropical Botany in Exile. Mona Lisa Steiner (1914–2000): Scientific Continuities, Transfers and Practices in Austria and the Philippines“. Ihre Forschungsarbeit zu Mona Lisa Steiner wurde bereits 2009 mit dem Bader-Preis für die Geschichte der Naturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ausgezeichnet. Sonja Walch absolvierte Forschungsaufenthalte in Deutschland, den USA, in Thailand sowie auf den Philippinen. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Geschichte der experimentellen Lebenswissenschaften im 19. und 20. Jahrhundert, Frauen- und Geschlechtergeschichte in den Lebenswissenschaften und Wissensgeschichte der Sexualhormon- und Tropenforschung.

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Sexualhormone in der Wissenschaftsgeschichte

Seit dem frühen 20. Jahrhundert wird die zweigeschlechtliche Ordnung vor allem hormonell erklärt, mithilfe von Sexualhormonen hergestellt und auch gerechtfertigt. Sexualhormone wurden dabei zugleich als Naturdinge und als Industrieprodukte konstituiert. Sie galten als naturgegebene biologische Determinanten des Geschlechts und waren pharmaindustriell produzierbar und klinisch einsetzbar. Experimentelle Forschung, Wissensproduktion und industrielle Vermarktung waren untrennbar miteinander verknüpft. Dabei ermöglichte die Hormonforschung selbst durchaus eine Infragestellung eines strikten Geschlechtsdimorphismus.

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