Familienpolitik

Familienpolitik bezeichnet ein Politikfeld im Wohlfahrtsstaat, dessen Ziel es ist, das Zusammenleben in Familien im Lebensverlauf mit Hilfe von Zeit, Geld und Infrastruktur zu unterstützen. Die Definition von Familie hat sich ebenso wie das Politikfeld stetig gewandelt. Aus Perspektive der (intersektionalen) Geschlechterforschung lassen sich verschiedene historische Phasen seit Gründung der Bundesrepublik beschreiben. Von besonderer Bedeutung ist der paradigmatische Wandel der Familienpolitik seit der Jahrtausendwende: Im Zuge dessen etablierten sich zunehmend ein volkswirtschaftlicher Begründungszusammenhang für Familienpolitik und die Verknüpfung von Elternschaft mit Erwerbstätigkeit.

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Elternzeit

Mit Elternzeit wird in Deutschland eine familienpolitische Maßnahme bezeichnet, die eine unentgeltliche, befristete und rechtlich gesicherte Freistellung aus einem Arbeitsverhältnis zur Betreuung eines Kindes ermöglicht. Ziel der Maßnahme ist die Parallelisierung von Sorge- und Erwerbsarbeit. Die familienpolitische Rahmung von Elternzeit geht zumeist einher mit der (Re-)Produktion hetero- bzw. paarnormativer Konzepte von Elternschaft. Aus sozialwissenschaftlicher und soziologischer Perspektive rücken vor allem ungleichheits- und geschlechterwissenschaftliche Fragestellungen, beispielsweise Retraditionalisierungseffekte in Phasen der Familiengründung oder die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, in den Fokus.

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