Das Gender Glossar ist ein Online-Nachschlagewerk, in dem Wissen um Geschlecht und Sexualität multiperspektivisch sowie inter- und transdisziplinär dargestellt und öffentlich zugänglich gemacht wird. Ziel des Gender Glossars ist es, ein für Autor_innen und Nutzer_innen kostenloses, wissenschaftlich fundiertes und zitierfähiges Nachschlagewerk aufzubauen, in dem Beiträge zu Begriffen, Themen, Personen und Organisationen aus den Gender Studies online zur Verfügung gestellt werden.

Durch die Zusammenarbeit mit anerkannten Wissenschaftler_innen, die im Blind-Peer-Review-Verfahren als Gutachter_innen fungieren, werden Qualität und Aktualität der veröffentlichten Beiträge gewährleistet. Werden Überarbeitungen von Glossarbeiträgen notwendig, bleiben ältere Versionen über eine Langzeitarchivierung erhalten, so dass mit Hilfe des Gender Glossars perspektivisch auch historische Studien zur Entwicklung von Forschungsschwerpunkten möglich werden.

Der Sitz der Glossar-Redaktion befindet sich an der Universität Leipzig, an der Professur von Barbara Drinck. Sie gibt das Gender Glossar gemeinsam mit Ilse Nagelschmidt (Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig) und Heinz-Jürgen Voss (Hochschule Merseburg) heraus.

Das Gender Glossar ist als Zeitschrift unter der ISSN 2366-5580 gelistet.

Geschichte des Glossars

Zeitschiene Website GrafikDas Online Gender Glossar entwickelte sich aus dem Projekt Glossar Geschlechterforschung der Freien Universität Berlin heraus, das im Jahr 2003 initiiert wurde. Projektleiterin war zu dieser Zeit Barbara Drinck, die von 2002 bis 2006 den Arbeitsbereich Geschlechterforschung in der Erziehungswissenschaft am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie an der FU leitete. Zusammen mit ihren Mitarbeiter_innen konzipierte sie ein Online-Glossar, in dem vornehmlich Studierende und Nachwuchswissenschaftler_innen Artikel auf akademischen Niveau nicht nur schreiben und diskutieren, sondern auch veröffentlichen konnten. Das Projekt suchte seinen Weg in die wissenschaftliche Gemeinschaft zu einer Zeit, in der die Quellenfähigkeit von Onlineinformationen und Internetseiten aufgrund einer noch geringen Ausdifferenzierung von Standards weithin bezweifelt wurde. Community-basierte Projekte wie die deutschsprachige Wikipedia, die 2003 ihren zehntausendsten Artikel aufnahm, bildeten trotz der Missachtung wissenschaftlicher Konventionen eine Konkurrenz für seriöse Projekte wie das Online Gender Glossar.

Nach dem Wechsel von Barbara Drinck an die Universität Leipzig im Jahr 2006 und der Übernahme einer Professur an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät (2010) wurde das Online Gender Glossar von ihr und einem Team von Mitarbeiter_innen konzeptionell überarbeitet. Zusammen mit Ilse Nagelschmidt – Professorin für neuere und neueste deutsche Literatur und Direktorin des Zentrums für Frauen und Geschlechterforschung (FraGes) (Universität Leipzig) – begann die aktive Neugestaltung des Glossars im September 2012. Seitdem orientiert sich das Team aus Herausgeber_innen und Redaktionsmitgliedern beim weiteren Aufbau des Glossars gleichermaßen an etablierten Rezeptionspattern für Onlinedatenbanken und an wissenschaftlichen Publikationsstandards. Seit 2015 ist Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voss – Professor_in für Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung (Hochschule Merseburg) – ebenfalls Mitherausgeber_in.

Das bundesweit einzigartige Projekt Gender Glossar stellt seit seinem öffentlichen Relaunch im Juli 2013 einer breiten Leser_innenschaft – aus Aktivist_innen, Studierenden, Lehrenden, Wissenschaftler_innen und weiteren interessierten Personenkreisen – eine stetig wachsende Anzahl wissenschaftlicher Beiträge barrierearm als Open Access Publikationen zur Verfügung. Die Einzigartigkeit des Projekts besteht darin, aufgrund des Blind-Peer-Review-Verfahrens mithilfe anerkannter Wissenschaftler_innen und einer redaktionellen Betreuung kompaktes, wissenschaftlich hochwertiges, transdisziplinäres Wissen aus dem Bereich der Gender Studies im überblicksartigen Glossarformat zu generieren und online bereitzustellen. Seit Februar 2016 ist das Gender Glossar zudem als Zeitschrift gelistet und alle Beiträge sind über eine elektronische Langzeitarchivierung dauerhaft erreichbar und zitierfähig.