Stephanie Bremerich


Stephanie Bremerich studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Leipzig und in Prag. 2016 wurde sie im Bereich Neuere deutsche Literatur an der Universität Leipzig promoviert (Thema der Doktorarbeit: „Erzähltes Elend – Autofiktionen von Armut und Abweichung“, gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung). Derzeit ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanistik der Universität Leipzig tätig. Zu ihren Forschungsgebieten zählen Armutsdarstellungen in intermedialen Kontexten, die literarische Bohème der Jahrhundertwende, Fiktionstheorie und Narratologie.

Kontakt: stephanie.bremerich@uni-leipzig.de

Maskerade

Trotz der etymologischen Verwandtschaft ist der Begriff der Maskerade im wissenschaftlichen Diskurs vom Begriff der Maske (entlehnt aus dem französischen masque für Gesichtslarve, Kostüm, Verkleideter; vgl. auch mittellateinisch masca für Hexe sowie arabisch maskharat für Possenreißer) zu unterscheiden, welcher in anthropologischen und theaterwissenschaftlichen Kontexten vor allem die Verkleidung des Gesichts in volkstümlich-rituellen Kontexten (antikes Theater, Commedia dell’arte, traditioneller Karneval) bezeichnet (vgl. Fischer-Lichte, 1994, S. 100-111; Weihe, 2004; Unger, 2007). Demgegenüber werden in den Theater-, Film- und Literaturwissenschaften sowie in der Philosophie und der Psychologie unter Maskerade vor allem Strategien der Inszenierung von Geschlechtsidentitäten verstanden, weshalb synonymisch häufig von Geschlechtermaskerade die Rede ist (vgl. Stritzke, 2008). [1]

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