Nina Schumacher


ninaschumacherNina Schumacher studierte bis 2009 an der Philipps-Universität Marburg Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Soziologie sowie Gender Studies und feministische Wissenschaft. Nach ihrem Abschluss war sie zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft im Büro der Frauenbeauftragten der Philipps-Universität beschäftigt, wo sie seit 2012 als Referentin insbesondere für die Koordination verschiedener Mentoring-Programme zuständig ist. In ihrem Dissertationsprojekt hat sie den Begriff des Pornographischen im 21. Jahrhundert untersucht. Seit 2009 ist sie Mitglied im Vorstand des Kulturvereins MaKuFEE. e.V., seit 2010 Frauenbeauftragte des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften und Philosophie der Universität Marburg und seit 2013 aktiv in der feministischen Mittelbauler_innen-Initiative femarburg.de.

Homepage

Pornographie

Etymologisch leitet sich der Begriff Pornographie aus dem Griechischen von „pornográphos“ (πορνογράφος), „über Huren schreibend“, ab (vgl. Paul, 2002). Vermutlich wurde er erstmals und in diesem Sinne 1769 von Restif de la Bretonnes in seiner Abhandlung „Le Pornographe“ verwendet (vgl. Hunt, 1994, S. 11). Der heutige Gebrauch des Begriffs ist vielfältig (vgl. Döring, 2011b, S. 230-234): Inhaltlich-funktionalen Definitionen zufolge liegt Pornographie dann vor, wenn nackte Körper bei sexuellen Handlungen direkt und detailliert zu sehen sind. Pornographie in diesem Sinn umfasst professionelle, kommerzielle heterosexuelle Mainstreampornographie sowie beispielsweise kommerzielle wie nicht-kommerzielle queere, schwule, lesbische, feministische Pornographien und Amateurpornographien. Juristische Definitionen erfassen bestimmte negativ konnotierte sexuell explizite Darstellungen. In der Alltagssprache kann der Begriff auch sexuelle Darstellungen erfassen, die keine Pornographie im juristischen Sinn sind, er kann zudem Bezüge zu Nichtsexuellem herstellen. Darunter fallen popkulturelle Verwendungen des Begriffs wie Porno-Rap oder die Benutzung des Adjektivs porno im jugendkulturellen Sprachgebrauch (vgl. Döring, 2013, S. 420). Als pornographisch werden sexuell explizite und sexuell nicht explizite Darstellungen auch bezeichnet, um sie als unmoralisch zu kennzeichnen, etwa wenn sie als sexistisch oder als ungehörig empfunden werden (vgl. Schubarth, 2010). [1]

weiterlesen ...