Sandra Folie


sandra folieSandra Folie studierte Deutsche Philologie, Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Wien. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Wien und seit Februar 2016 DOC-Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Derzeit arbeitet sie an ihrer Dissertation mit dem Arbeitstitel „Beyond Ethnic Chick Lit. Labels zeitgenössischer ‚Frauenliteratur‘ im transkontinentalen Vergleich“. Ihre Forschungsinteressen sind an den Schnittstellen von Gender Studies, Queer Theory, Postcolonial Studies und Vergleichender Literaturwissenschaft angesiedelt.

Kontakt: sandra.folie@univie.ac.at

Frauenliteratur

Frauenliteratur ist ein Sammelbegriff, der das gesamte von Frauen verfasste Schrifttum bezeichnet. Im engeren Sinne wird darunter Literatur verstanden, die von Frauen für Frauen geschrieben wurde und ‚weibliche Erfahrung‘ thematisiert (vgl. Osinski, 2006; Stephan, 2007; Wilpert, 2013). Frauenliteratur wird zudem als Label für die Vermarktung von Texten, die hauptsächlich von Frauen gelesen werden, verwendet (vgl. Reichwein, 2009, S. 95). Allen Lesarten gemeinsam ist, dass die Definition über vergeschlechtlichte Subjekte – Autor_innen, Leser_innen, Protagonist_innen – erfolgt, ganz im Gegensatz zur unmarkierten (‚Männer‘-)Literatur, die in der Tradition männlicher Autorschaft als ‚Norm‘ gilt und daher nicht deklariert wird. Dass ‚das weibliche Geschlecht‘ als literarisches Konzept fungiert, birgt die Gefahr der Homogenisierung und Marginalisierung der Literatur von oder für Frauen. Um dieser Problematik zu begegnen, hat Sigrid Weigel vorgeschlagen, Frauenliteratur nicht als Gattungs- bzw. Genrebegriff, sondern als diskursives Ereignis zu verstehen (vgl. Weigel, 1987, S. 19). Dadurch wird die Frage nach den „Möglichkeitsbedingungen und Defiziten [...], aus denen heraus der Diskurs der ‚Frauenliteratur‘ entstanden ist“, und danach, „welche Spuren er in der Gegenwartsliteratur von Frauen hinterlassen hat“ (Weigel, 1987, S. 19), in den Mittelpunkt gerückt. [1]

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