Mirjam M. Frotscher


miriamfrotscherMirjam M. Frotscher studierte Amerikanistik, Kunstgeschichte und Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Technischen Universität (TU) Dresden, an der sie 2010 als Magistra Artium abschloss. Seitdem ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Anglistik und Amerikanistik der TU Dresden tätig. Derzeit arbeitet sie an ihrer Doktorarbeit zur Darstellung von trans* und intergeschlechtlichen Charakteren in der englischsprachigen Literatur. Seit 2007 ist sie zudem in verschiedenen inner- und außeruniversitären Kontexten in der Gleichstellungsarbeit aktiv und ist eine der Begründer_innen der Dresdner Hollaback! Plattform (dresden.hollaback.org) zur Sichtbarmachung und Entgegnung von (sexualisierter) Belästigung im öffentlichen Raum.

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Virginia Woolf

Virginia Woolf (1882-1941; gebürtig Adeline Virginia Stephen) war eine englische Schriftstellerin, Verlegerin, Essayistin, Tagebuchverfasserin, sowie Literatur- und Kulturkritikerin, die als Wegbereiterin der literarischen Moderne gilt. Aufgewachsen unter dem Einfluss viktorianischer Erziehungsideale, blieb ihr als Frau eine reguläre Schul- und Universitätsausbildung verwehrt. Durch ihren Vater, Leslie Stephen (1832–1904), war Woolf als Mitglied einer Intellektuellenfamilie jedoch mit den wichtigsten literarischen und kulturellen Strömungen der vorherigen Jahrhunderte vertraut (vgl. Gordon, 1984, S. 74-77). Es war unter anderem diese Vorbildung, die sie befähigte, neben ihrer schriftstellerischen Laufbahn Gründungsmitglied und Mittelpunkt der intellektuellen Bloomsbury Group und Mitbegründerin der Hogarth Press (1917) zu werden, welche maßgeblich an der Verbreitung moderner englischer und amerikanischer Literatur in Großbritannien beteiligt waren. Trotz oder gerade wegen dieser, für Frauen jener Zeit eher ungewöhnlichen, persönlichen Erfolge, verhandelte Woolf wiederkehrend die geteilten Lebens- und Bildungssphären der Geschlechter, sowohl in ihrer erzählenden Prosa als auch in einem Teil ihrer kritischen Essays. Insbesondere die prototypisch-feministischen Essaywerke A Room of One’s Own (Ein Zimmer für sich allein, 1999b) und Three Guineas (Drei Guineen, 2001a) sowie die in dem Sammelband Frauen und Literatur (1989a) zusammengestellten Essays wurden innerhalb der feministischen Literaturwissenschaft und feministischen Kritik ab Anfang der 1970er Jahre am stärksten rezipiert. Auch autobiografische Aspekte Woolfs zogen durch die Veröffentlichung ihrer Tagebücher (vgl. Woolf, 1990, 1994, 1999a, 2003, 2008) und die späte Herausgabe von bis dato unveröffentlichten und sehr persönlichen Essays (vgl. Woolf, 2012) große Aufmerksamkeit auf sich. Woolf ist jedoch nicht nur als historische Person, sondern gerade durch ihr literarisches, essayistisches und (kultur-)politisches Schaffen ein für die Gender Studies komplexer Untersuchungsgegenstand. [1]

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