Melanie Schmidt


melanieschmidtMelanie Schmidt wurde 1983 geboren und studierte bis 2009 Erziehungswissenschaften, Journalistik und Deutsch als Fremdsprache an der Universität Leipzig. Seit ihrem Abschluss als Magistra Artium ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig und forscht im Rahmen ihrer Dissertation zum Verhältnis von Pädagogik und neuen Steuerungsinstrumenten im Schulsystem. Ihre weiteren Forschungsinteressen sind „Anerkennung“ als Analysekategorie pädagogischer Praktiken und differenztheoretische Erkenntniszusammenhänge. Seit 2010 ist Melanie Schmidt Mitglied des Zentrums für Frauen- und Geschlechterforschung (FraGes) der Universität Leipzig.

Kontakt: melanie.schmidt@uni-leipzig.de

Performativität

Der Begriff Performativität geht zurück auf die Sprechakttheorie und wurde insbesondere von dem Sprachphilosophen John L. Austin ‚ins Spiel‘ gebracht. Er verweist mit dem Terminus auf die handlungspraktische Dimension des Sprechens, d.h. dasjenige zu vollziehen oder zu produzieren, was im Sprechen benannt wird, und es nicht lediglich zu bezeichnen. Beispielsweise wird mit der Äußerung: „Hiermit erkläre ich Sie zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten“ von Standesbeamt_innen gegenüber einem Hochzeitspaar das Referenzobjekt, die Ehe, im Sprechen erst hervorgebracht. In die soziale Realität wird insofern verändernd eingegriffen, als dass das Hochzeitspaar nunmehr – aufgrund des Sprechakts – als verheiratet gilt. Sprechakte können somit nicht hinsichtlich ihres Wahrheitsgehalts, sondern lediglich hinsichtlich ihres Gelingens beurteilt werden (Austin, 1972). Jedoch sind Sprechakte nicht zwingend und ausschließlich als performativ zu verstehen: Austin differenziert hier z.B. die lokutionäre (die Handlung des Etwas-Sagens), die illokutionäre (die im Sprechen vollzogene Handlung) und die perlokutionäre (Effekte, die durch das Sprechen erreicht werden) Dimension des Sprechakts. [1]

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