Kerstin Palm


kerstin-palmKerstin Palm wurde 1961 geboren und studierte an den Universitäten Göttingen und Freiburg Biologie, Philosophie und Germanistik. Sie promovierte 1996 in Biologie mit einem gewässerökologischen Thema und habilitierte sich 2009 in Kulturwissenschaft mit einer wissenschaftshistorischen Arbeit zur Kulturgeschichte des Lebensbegriffs. Seit 2013 ist sie Professorin für Gender & Science am Institut für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Forschungsinteressen sind gendertheoretisch angeleitete Kulturgeschichte natur- und technikwissenschaftlicher Konzepte, Genderepistemologie, Materialitätstheorien, Theorien und Praktiken der Trans- und Interdisziplinarität, Gendertheorie im Curriculum der Natur- und Technikwissenschaften und gendertheoretisch informierte Biologiedidaktik.

Kontakt: kerstin.palm@hu-berlin.de

Gehirnforschung

Die Gehirnforschung (Synonym: Neurowissenschaften) ist ein naturwissenschaftlicher Forschungsbereich, der sich in den letzten ca. 150 Jahren aus den Disziplinen Anatomie, Embryologie, Physiologie, Pharmakologie und Psychologie entwickelt hat. Sie untersucht den Aufbau (Anatomie) sowie die Funktionsweise (Physiologie) des menschlichen Gehirns in ihren Bezügen zu Verhaltensweisen sowie kognitiven Vorgängen wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Emotionen und Sprache (vgl. Kandel, Schwartz & Jessell, 2011). Wissenschaftshistorisch umfasst Gehirnforschung in einem weiteren Sinne eine schon im Neolithikum (etwa 10.000 – 2000 v. Chr.) einsetzende praktische und theoretische Auseinandersetzung mit dem Schädelinneren, die im Rahmen der europäischen Geschichte als zentraler Beitrag zur Selbstverständigung des Menschen weitergeführt wurde. Das um 1800 einsetzende Bestreben, das Gehirn nicht länger als Sitz und Werkzeug der Seele anzusehen, sondern in seinem materiellen Substrat die geistigen Funktionen und menschlichen Charaktereigenschaften zu lokalisieren, begründete die moderne Hirnforschung (Hagner, 2008). [1]

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