Das Gender Glossar stellt Interessierten, Studierenden, Multiplikator_innen, Aktivist_innen sowie der scientific community ein Nachschlagewerk zur Verfügung, in dem genderwissenschaftlich relevantes und diskursives Wissen vermittelt wird, transdisziplinäre Bezüge hergestellt und Einordnungen theoretischer Begriffe sowie Personen und Organisationen in politischen, geschichtlichen und wissenschaftlichen Zusammenhängen fachübergreifend vorgenommen werden. Das Glossar soll sowohl Forschenden als auch Aktivist_innen eine Veröffentlichungsplattform bieten, über die Forschungs- und Praxisinteressen vernetzt werden können.


Ziel des Gender Glossars ist es, ein leicht zu bedienendes Online-Nachschlagewerk aufzubauen, ohne dabei akademische Verlässlichkeit einzubüßen. Ein Blind-Peer-Review-Verfahren und intensive redaktionelle Bearbeitungsschritte unterziehen jeden Beitrag des Glossars einer kritischen Sichtung hinsichtlich inhaltlicher Richtlinien und Positionierungen und der Einhaltung formaler Standards, bevor über die Veröffentlichung entschieden wird. Jeder Beitrag wird personalisiert und mögliche Veränderungen, die sich aufgrund der Verschiebung von Diskursen ergeben und Erweiterungen bzw. Aktualisierungen in der Zukunft erfordern, werden protokolliert. Ältere Beiträge bleiben in ihrer ursprünglichen Version verfügbar und zitierfähig.


Neben einem (1) beständig ausgeschrieben offenen Call für sehr verschiedene Lemmata zu Begriffen, Personen und Konzepten sollen spezifische Calls die Aktualität des Gender Glossar sicherstellen und auf Dynamiken in Forschung und Praxis verweisen. Derzeit betrifft dies den (2) Call /// Feminismen und den (3) Call /// Gendersensibler und diskriminierungsarmer Sprachgebrauch. Unsere aktuellen Call for Papers können Sie hier als PDF-Datei herunterladen:

Die Redaktion nimmt zudem jederzeit Einreichungen auch zu weiteren Lemmata entgegen. Bitte beachten Sie bei der Erarbeitung von Beiträgen unsere Richtlinien für Autor_innen.

 


1. Dauerhafter offener Call:

Die Redaktion des Gender Glossar sucht jederzeit Einreichungen für Lemmata zu Begriffen, Personen und Konzepten mit verschiedenen Perspektiven auf die Geschlechterverhältnisse. Wir begrüßen Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen. Beispielhaft sind zurzeit folgende Begriffe ausgeschrieben:

Asexualität Feminist Historicism Männlichkeit
Antifeminismus Fraser, Nancy Matriarchat
Beauvoir, Simone de Frauenquote Mead, Margaret
Begehren Frauenrechte Millet, Kate
Benhabib, Seyla Gender Studies Misogynie
Binarität Genus Monoedukation
Biographie Geschlecht Monogamie
Bisexualität Geschlechterdifferenz Muraro, Luisa
Body Politics / Körperstrategien Geschlechterrolle Orgasmus
Cavarero, Adriana Geschlechtsidentität Patriarchat
Chauvinismus Guattari, Félix Performance
Cisgender Haug, Frigga Phallozentrismus
Cixous, Hélène Heterosexismus Phallus
Cross-dressing Homophobie Polygamie
Davis, Angela Yvonne Hysterie Popfeminismus
Deleuze, Gilles Inzest / Inzesttabu Postfeminismus
Derrida, Jacques Irigaray, Luce Pubertät
Differenztheorie Jouissance Reflexive Koedukation
Diskursanalyse / Diskurstheorie Jungenpädagogik Resignifizierung
Dritte-Welt-Feminismus Klein, Melanie Schwarzer, Alice
Écriture féminine Kontingenz Semiotik
Ein-Geschlecht-Modell Körper Sexuelle Identität
Einschreibung Kristeva, Julia Sexuelle Orientierung
Elektrakomplex Lacan, Jacques Sexuelle Revolution
Erotik Laqueur, Thomas Sexueller Missbrauch
Essentialismus Leib Sexus
Feminismus, Dritte Welle Lévi-Strauss, Claude Slutwalk
Feminismus, Erste Welle Linguistische Geschlechterforschung Symbolische Ordnung
Feminismus, Materialistischer Macht Textualität
Feminismus, Zweite Welle
Männerrechtsbewegung Weiblichkeit
    Wittig, Monique

 

Eigene Vorschläge werden jedoch ebenfalls beständig entgegengenommen. Unseren dauerhaften und offenen Call for Papers können Sie hier als PDF-Datei herunterladen: Call /// Dauerhafter & offener Call for Papers [pdf]

Wir freuen uns auf Ihre Einreichung!

 

 

2. Call /// Feminismen

Was ist Feminismus? Unter dem Begriff „Feminismus“ werden sehr verschiedene, teils auch widersprüchliche theoretische, (identitäts-)politische, transnationale, globale, glokale, etc. Bedeutungskonzepte subsumiert, um die an vielen Stellen und aus verschiedenen Positionen heraus gerungen wird.

Deshalb schreiben wir hiermit einen Call zu „Feminismen“ aus, der ganz unterschiedliche Lemmata umfasst und umfassen kann. Wir wollen damit Feminismus in seiner Pluralität der Zugänge, der Konzepte und der Vereinnahmungen gerecht werden und zugleich auf die konflikthafte politische und wissenschaftliche Theorie und Praxis eingehen, Einseitigkeiten und Verkürzungen vermeiden sowie interdisziplinäre Perspektiven sichtbar machen. Über unsere Publikationsplattform bieten wir einen Raum an, in dem Autor_innen verschiedene feministische Positionen, Bewegungen, Themenfelder, Ausdrucksformen und Theorien in ihrer Komplexität und Heterogenität beschreiben, kontextualisieren und einordnen können.

Zum Begriff „Feminismen“ können innerhalb folgender Themenfelder spezifische Lemmata eingereicht werden. Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, vielmehr laden wir ausdrücklich dazu ein, sie zu erweitern und eigene Vorschläge zu unterbreiten:

Feminismus und ...
Materialität/en Ethnizität Historien Körper MINT
Race Identitäten Erinnerungskultur Sexualitäten Sport
Begehren Kolonialität/en (Sub)kultur (Dis)Ability DDR
Geschlecht Gewalt Bildende Kunst Inklusion BRD
Religion Wissenschaft Literatur Sprache  

 

Unseren aktuellen Call for Papers /// Feminismen können Sie hier als PDF-Datei herunterladen: Call /// Feminismen [pdf]

 

 

3. Call /// Geschlechtersensibler und diskriminierungsarmer Sprachgebrauch

Debatten um interdependente Diskriminierungsverhältnisse wie Rassismus und Sexismus ebenso wie um Barrierefreiheit und Diversität werfen u. a. folgende Fragen auf: Wie finden in unserem alltäglichen Sprachgebrauch Ausgrenzungen und gewaltförmige Praxen statt? Wie werden diese Machtverhältnisse in Sprache sichtbar? Welche diskursiven Auseinandersetzungen um Sprachpolitiken werden aktuell und historisch sowie wissenschaftstheoretisch und aktivistisch in welcher Form verhandelt? Wie können konkrete sprachliche Interventionsmöglichkeiten aussehen? Und welche Kritik kann gegenüber derzeit gängigen Analyse- und Interventionsversuchen geübt werden?

Sprache ist als performativer Akt an der Konstituierung von Wirklichkeit(en) beteiligt. In diesem Prozess werden Differenzen, zum Beispiel durch Normen und Normierungen, geschaffen, begründet, irritiert und verstetigt. Ausgehend von diesem Wissenschaftsverständnis, das auch beinhaltet, dass durch eine reflektierte Sprachpraxis Stereotypisierungen und Kulturalisierungen vermieden bzw. sicht- und bearbeitbar gemacht werden können, möchten wir anregen, folgende Themenkomplexe in Bezug auf gendersensibles und diskriminierungsarmes Sprachhandeln zu bearbeiten. Ebenso interessiert sind wir an wissenschaftstheoretischen Beiträgen, die sich kritisch mit bestehenden Analysezugriffen auseinandersetzen und/oder weitere wissenschaftliche Bezüge herstellen (z. B. zur kritischen Theorie, Ideologiekritik, Diskurstheorie, zum spatial turn, Sozialkonstruktivismus, etc.):

  • linguistic turn
  • cultural turn
  • Selbst- und Fremdbezeichnung(en)
  • antidiskriminierende Sprachhandlungen (schwarz/ weiß)
  • Sprach- und Schrifthandeln (Gendergap_, Gendersternchen*, x-Form, a-Form, etc.)
  • leichte Sprache/ barrierefreie Sprache
  • Othering/ Subjektpositionierung

Unseren aktuellen Call for Papers /// Geschlechtersensibler und diskriminierungsarmer Sprachgebrauch können Sie hier als PDF-Datei herunterladen: Call /// Geschlechtersensibler und diskriminierungsarmer Sprachgebrauch [pdf]