Hanna Meißner


Hanna Meißner studierte Soziologie, Politikwissenschaften, Psychologie und Niederlandistik an der Freien Universität Berlin und an der Université de Toulouse-Le Mirail und schloss 1998 ihr Studium mit einem Diplom in Soziologie ab. An der Humboldt-Universität zu Berlin wurde sie 2009 aufgrund ihrer Arbeit „Bedingte Kontingenz. Zur sozialen Konstitution von Subjektivität und Handlungsfähigkeit“ promoviert. Von 1999 bis 2006 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin im Bereich Sozialstruktur und theoretische Grundlagen. Seit 2009 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der Technischen Universität Berlin.

 

Kontakt: hanna.meissner@tu-berlin.de

 

Subjekt

Subjekt ist die folgenreiche Selbstbeschreibung des modernen Menschen, mit der sich dieser als Grundlage von Erkenntnis und als Ursache von Handlungen setzt. Die historischen Ursprünge dieses selbstreferenziellen Verständnisses gehen nicht zuletzt auf Descartes’ Verankerung der Selbstgewissheit des ‚Ich’ im eigenen Denken zurück und finden in Kants Verortung der Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis im apriorischen Denkapparat eine paradigmatische Begründung. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfährt der emphatische Subjektbegriff eine Kritik und wird dezentriert. Insbesondere feministische und postkoloniale Kritiken verweisen auf die inhärente Gewaltsamkeit von Subjektivierungsweisen und deren Begründungen in sexistischen und rassistischen Klassifikationen.

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