Maskerade

Trotz der etymologischen Verwandtschaft ist der Begriff der Maskerade im wissenschaftlichen Diskurs vom Begriff der Maske (entlehnt aus dem französischen masque für Gesichtslarve, Kostüm, Verkleideter; vgl. auch mittellateinisch masca für Hexe sowie arabisch maskharat für Possenreißer) zu unterscheiden, welcher in anthropologischen und theaterwissenschaftlichen Kontexten vor allem die Verkleidung des Gesichts in volkstümlich-rituellen Kontexten (antikes Theater, Commedia dell’arte, traditioneller Karneval) bezeichnet (vgl. Fischer-Lichte, 1994, S. 100-111; Weihe, 2004; Unger, 2007). Demgegenüber werden in den Theater-, Film- und Literaturwissenschaften sowie in der Philosophie und der Psychologie unter Maskerade vor allem Strategien der Inszenierung von Geschlechtsidentitäten verstanden, weshalb synonymisch häufig von Geschlechtermaskerade die Rede ist (vgl. Stritzke, 2008). [1]

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