Sexismus

Sexismus bezeichnet jede Form der Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres zugeschriebenen Geschlechts sowie die diesem Phänomen zugrunde liegende Geschlechterrollen festschreibende und hierarchisierende Ideologie (vgl. IDA, 2013). Er bezieht sich auf gesellschaftlich erwartete geschlechtsspezifische Verhaltensmuster (Geschlechterstereotype), wobei Männer eine privilegierte Position haben (Patriarchat) und deshalb primär Frauen als von Sexismus betroffen gelten. Aus sozialpsychologischer Perspektive können gleichwohl auch Männer von Sexismus betroffen sein. [1]

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Männliche Herrschaft

Die Männliche Herrschaft ist ein soziologisches Konzept von Pierre Bourdieu (1930-2002) zur Untersuchung der sozialen und symbolischen Kräfteverhältnisse zwischen den Geschlechtern (vgl. Bourdieu, 1997a, 1997b, 2001, 2005a). Im Mittelpunkt stehen soziale Klassifikationsprozesse auf der Ebene der sozialen Praxis, deren Resultat die als natürlich und legitim erscheinende „binär-hierarchisch heteronormative Einteilung der Menschen in zwei entgegengesetzte Geschlechter“ (Jäger, König & Maihofer, 2012, S. 20) ist. Die Männliche Herrschaft stellt für Bourdieu die „paradigmatische Form der symbolischen Herrschaft“ (Bourdieu & Wacquant, 2006, S. 208) dar. Es handelt sich nicht um eine genuine Geschlechtertheorie, vielmehr wendet Bourdieu seine soziologischen Erkenntniswerkzeuge (vor allem die Konzepte des Habitus und der symbolischen Gewalt) auf das Phänomen Geschlecht an (zur Anwendung auf die Prozesse der Rassifizierung und Ethnisierung vgl. Brubaker, 2009; Wacquant, 2001, 2008). Bourdieu interessieren die sozialen Mechanismen der Naturalisierung, also wie es zu einer „Enthistorisierung und […] relative[n] Verewigung der Strukturen der Geschlechterteilung“ (Perrot, Sintomer, Krais & Bourdieu, 2002, S. 300) kommt (vgl. Bourdieu, 2005a, S. 43). [1]

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