Performativität

Der Begriff Performativität geht zurück auf die Sprechakttheorie und wurde insbesondere von dem Sprachphilosophen John L. Austin ‚ins Spiel‘ gebracht. Er verweist mit dem Terminus auf die handlungspraktische Dimension des Sprechens, d.h. dasjenige zu vollziehen oder zu produzieren, was im Sprechen benannt wird, und es nicht lediglich zu bezeichnen. Beispielsweise wird mit der Äußerung: „Hiermit erkläre ich Sie zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten“ von Standesbeamt_innen gegenüber einem Hochzeitspaar das Referenzobjekt, die Ehe, im Sprechen erst hervorgebracht. In die soziale Realität wird insofern verändernd eingegriffen, als dass das Hochzeitspaar nunmehr – aufgrund des Sprechakts – als verheiratet gilt. Sprechakte können somit nicht hinsichtlich ihres Wahrheitsgehalts, sondern lediglich hinsichtlich ihres Gelingens beurteilt werden (Austin, 1972). Jedoch sind Sprechakte nicht zwingend und ausschließlich als performativ zu verstehen: Austin differenziert hier z.B. die lokutionäre (die Handlung des Etwas-Sagens), die illokutionäre (die im Sprechen vollzogene Handlung) und die perlokutionäre (Effekte, die durch das Sprechen erreicht werden) Dimension des Sprechakts. [1]

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Poststrukturalismus

Unter dem Begriff des Poststrukturalismus wird eine disparate, auf den Axiomen des Strukturalismus aufbauende und diese zugleich überwindende Strömung verstanden, die sowohl innerhalb der Sozial- und Kulturwissenschaften als auch in interdisziplinär organisierten Feldern (wie den Gender Studies oder den Postcolonial Studies) von großer Tragweite ist. Poststrukturalistische Theoriebildung wird vor allem mit Theoretikern wie der Psychoanalytikerin Julia Kristeva und dem Psychoanalytiker Jacques Lacan, dem Philosophen Jacques Derrida, dem Erzählforscher Roland Barthes sowie dem Historiker Michel Foucault verbunden. [1]

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