Hannah Arendt

Hannah Arendt (1906-1975) war Philosophin und Professorin für politische Theorie an der Graduate Faculty der New School for Social Research, New York. 1906 wurde sie in Hannover geboren und wuchs in Königsberg (Preußen) auf. Von 1924-28 studierte sie Philosophie, protestantische Theologie und griechische Philologie in Marburg, Heidelberg und Freiburg, unter anderem bei Martin Heidegger (1889-1976) und Karl Jaspers (1883-1969). Bei Jaspers promovierte sie 1928 zum „Liebesbegriff bei Augustin“ (1929). Ihre Habilitationsschrift „Rahel Varnhagen: Lebensgeschichte einer deutschen Jüdin aus der Romantik“ (1959 [1957]) konnte 1933 wegen des herrschenden Antisemitismus nicht mehr offiziell eingereicht werden. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten veranlasste Arendt zur Flucht, und erst 1957 kam es zur Erstveröffentlichung. 1971 klagte Arendt erfolgreich auf „Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts für Personen, die aus Verfolgungsgründen gehindert wurden, die akademische Laufbahn eines Hochschullehrers einzuschlagen“ (Bundesverfassungsgericht, 1971). 1933 emigrierte sie nach Frankreich, 1941 nach New York, wo sie bis zu ihrem Tod 1975 lebte (Ludz, 1997b; weitere wichtige Biographinnen sind zudem Young-Bruehl, 2004; Kristeva, 2001). In den USA war sie zunächst journalistisch tätig und über freie wissenschaftliche Arbeit mit unterschiedlichen akademischen Einrichtungen verbunden. Obwohl sie Philosophie studiert hatte, verstand sie sich selbst nicht als Philosophin. Zu sehr sah sie die Philosophie in der Tradition der Metaphysik verhaftet, die sie ablehnte. Dennoch wurde sie und wird sie auch heute noch der Philosophie zugeordnet (Ludz, 1997a, S. 44-45). In der feministischen Theorie wird vorrangig „Vita activa“ (2003 [1958]) rezipiert (weitere wichtige Schriften sind zudem 1955 [1951]; 1963; 1998; sowie Ludz, 1993). Arendt entwickelt hierin einen Begriff des Politischen, der bezüglich seiner Anschlussfähigkeit an feministische politische Theorie diskutiert wird. [1]

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