Franziska Heinze


franziskaheinzeFranziska Heinze wurde 1983 geboren und studierte an der Universität Leipzig (UL) und der Université de Haute-Bretagne (Rennes, Frankreich) Französisch und Kunstpädagogik für das Höhere Lehramt an Gymnasien sowie Erziehungswissenschaft, Allgemeine Sprachwissenschaft und Französistik im Magisterstudiengang. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig (seit 04/2010) und wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut, Fachgruppe Politische Sozialisation und Demokratieförderung (seit 05/2015). Ihre Forschungsinteressen sind Bildung für nachhaltige Entwicklung und Einstellungen und Überzeugungen von Lehrpersonen. Von 2010-2014 entwickelte und gestaltete sie als Gleichstellungsbeauftragte aktiv die Gleichstellungsarbeit an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der UL mit. Daneben widmet sie sich der Dekonstruktion kolonialer/rassistischer Diskurse in Schulbüchern und in Kinder- und Jugendliteraturen.

Kontakt:  franziska.heinze@uni-leipzig.de

Postkoloniale Theorie

Postkoloniale Theorie bezeichnet ein breites Spektrum theoretischer Zugänge zu und kritischer Auseinandersetzungen mit historischen und gegenwärtigen Machtverhältnissen, die im Zusammenhang mit dem europäischen Kolonialismus und seinen bis heute währenden Fortschreibungen stehen. Vier zentrale Anliegen postkolonialer Theorie können formuliert werden: (1) die Analyse der Konstruktion von in binärer Opposition stehenden Selbst- und Fremdrepräsentationen (Othering) in einem historischen Prozess, der durch wechselseitige Konstitution und strukturelle Ungleichheit geprägt ist (vgl. Amos & Parmar, 1984; Mohanty, 1997; Said, 1978); (2) die Untersuchung von Machtrelationen, Ausbeutung und Hierarchien, welche mittels kultureller Repräsentation und politischer Kontrolle stabilisiert werden (vgl.  Bhabha, 1994; hooks, 1989; Spivak, 1988, 1994); (3) die Analyse von Kolonisierung als gewaltsamen Prozess der Subjektkonstitution, die den domestizierten Anderen durch pädagogische und performative Praktiken erschafft (vgl. hooks, 1994, 2003, 2010); und (4) die Transformation von kolonialen (Ohn-)Machtkonzepten, die das koloniale Subjekt als handlungsunfähiges Objekt konstruieren, in (selbst-)ermächtigende Handlungskonzepte (vgl. agency bei Homi K. Bhabha, 1994 und Konzept des talking back bei bell hooks, 1989). Neben das wissenschaftliche Erkenntnisinteresse tritt ein normatives political commitment, das sich in einer parteilichen, bisweilen intervenierenden Wissenschaftspraxis äußert. Der zum Teil synonym verwendete Begriff Postkoloniale Kritik rückt das politische Engagement stärker in den Fokus. [1]

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