Bettina Kleiner


bettina-kleiner-portraetBettina Kleiner studierte Sprachlehrforschung und Amerikanistik mit dem Schwerpunkt Gender an der Universität Hamburg und schloss ihr Studium 2005 als Magistra Artium ab. Nach dem Studium hatte sie an verschiedenen Universitäten Lehraufträge im Bereich der Gender und Queer Studies, der Allgemeinen Erziehungswissenschaft und Didaktik und war u. a. konzeptionell und praktisch in der (außer)universitären Bildungsarbeit tätig. 2014 wurde sie an der Universität Hamburg aufgrund ihrer Arbeit zu den schulbiographischen Differenzerfahrungen lesbischer, schwuler, bisexueller und Trans*Jugendlicher promoviert. Aktuell ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Allgemeinen Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg und lehrt und forscht zu den Themenbereichen Heteronormativität, Subjektivation und Schule; poststrukturalistische Theorien in der Erziehungswissenschaft; rekonstruktive Bildungsforschung; Differenzverhältnisse und soziale Ungleichheit. Auch neben ihrer Forschungsarbeit engagiert sie sich in verschiedenen Zusammenhängen für den Abbau von Gewalt- und Diskriminierungsverhältnissen und insbesondere von Heteronormativität in Schulen.

Kontakt: bettina.kleiner@uni-hamburg.de

Heteronormativität

Heteronormativität ist ein zentraler Begriff der Queer Theory, mit dem Naturalisierung und Privilegierung von Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit in Frage gestellt werden. Das bedeutet, dass nicht nur die auf Alltagswissen bezogene Annahme, es gäbe zwei gegensätzliche Geschlechter und diese seien sexuell aufeinander bezogen, kritisiert wird, sondern auch die mit Zweigeschlechtlichkeit und (ehevertraglich geregelter) Heterosexualität einhergehenden Privilegierungen und Marginalisierungen. Der Begriff Heteronormativität dient zur Analyse und Kritik der Verflechtung von Heterosexualität und Geschlechternormen, mit denen Macht-, Ungleichheits- und Herrschaftsverhältnisse einhergehen (vgl. Engel, 2009, S. 19). Mit ihm werden Reproduktionsmechanismen und institutionelle Zwänge in den Blick gerückt, die Heterosexualität als zeitlose, unveränderbare Institution und ohne Geschichte erscheinen lassen (vgl. Hark, 2009, S. 318). „Analysiert wird, wie Heterosexualität in die soziale Textur unserer Gesellschaft, in Geschlechterkonzeptionen und in kulturelle Vorstellungen von Körper, Familie, Individualität, Nation, in die Trennung von privat/öffentlich eingewoben ist, ohne selbst als soziale Textur bzw. als produktive Matrix von Geschlechterverhältnissen, Körper, Familie, Nation sichtbar zu sein.“ (Hark, 2009, S. 318). [1]

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Trans* / Trans*Geschlechtlichkeit

Das Präfix ‚trans-‘ ist aus dem Lateinischen hergeleitet und bedeutet jenseits - im Gegensatz zu ‚cis‘ diesseits. Wird das Präfix trans- vor Begriffe wie Geschlecht, Migration oder Kultur gesetzt, verweist es auf „Phänomene der spannungsreichen und unaufgelösten Ko-Präsenz von gegensätzlichen Semantiken, Sinn-Komponenten oder Zugehörigkeiten“ (Lösch, 2005, S. 252-253). Das mit trans* verbundene Erkenntnisinteresse zielt auf die Untersuchung der Herstellung von vermeintlichen Eindeutigkeiten in empirischer wie konzeptuell-theoretischer Hinsicht sowie auf damit einhergehende Ausschlüsse und Verwerfungen. Im Mittelpunkt stehen Momente „der Ungewissheit, der Unentscheidbarkeit und des Widerspruchs, die in Differenzkonstruktionen auf der Basis binärer Ordnungslogik ausgeblendet werden“ (Lösch, 2005, S. 252). [1]

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