Bettina Kleiner


bettina-kleiner-portraetBettina Kleiner studierte Sprachlehrforschung und Amerikanistik mit dem Schwerpunkt Gender an der Universität Hamburg und schloss ihr Studium 2005 als Magistra Artium ab. Nach dem Studium hatte sie an verschiedenen Universitäten Lehraufträge im Bereich der Gender und Queer Studies, der Allgemeinen Erziehungswissenschaft und Didaktik und war u. a. konzeptionell und praktisch in der (außer)universitären Bildungsarbeit tätig. 2014 wurde sie an der Universität Hamburg aufgrund ihrer Arbeit zu den schulbiographischen Differenzerfahrungen lesbischer, schwuler, bisexueller und Trans*Jugendlicher promoviert. Aktuell ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Allgemeinen Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg und lehrt und forscht zu den Themenbereichen Heteronormativität, Subjektivation und Schule; poststrukturalistische Theorien in der Erziehungswissenschaft; rekonstruktive Bildungsforschung; Differenzverhältnisse und soziale Ungleichheit. Auch neben ihrer Forschungsarbeit engagiert sie sich in verschiedenen Zusammenhängen für den Abbau von Gewalt- und Diskriminierungsverhältnissen und insbesondere von Heteronormativität in Schulen.

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Heteronormativität

Mit dem Begriff Heteronormativität wird die Naturalisierung und Privilegierung von Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit in Frage gestellt. Kritisiert werden nicht nur die auf Alltagswissen bezogene Annahme, es gäbe zwei gegensätzliche Geschlechter und diese seien sexuell aufeinander bezogen, sondern auch die mit Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualität einhergehenden Privilegierungen und Marginalisierungen. Der Begriff tauchte erstmalig 1991 in Michael Warners Aufsatz „Introduction: Fear of a Queer Planet“ auf. Zentrale Bezugspunkte der Analysen von Heteronormativität stellen Foucaults Untersuchungen zum Zusammenhang von Sexualität und Macht sowie Butlers Theorie der Subjektkonstitution im Rahmen der heterosexuellen Matrix oder der heterosexuellen Hegemonie dar.

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Trans* / Trans*Geschlechtlichkeit

Das Präfix ‚trans-‘ ist aus dem Lateinischen hergeleitet und bedeutet ‚jenseits‘. Bezogen auf Geschlecht deutet trans* auf Lebensweisen hin, die nicht in einer (vermeintlich natürlichen und angeborenen) Zweigeschlechtlichkeit aufgehen. Transgeschlechtlichkeit wurde in aktivistischen Zusammenhängen in Abgrenzung zu der medizinisch-psychologisch geprägten Kategorie Transsexualität entwickelt. Seit den späten 1960er Jahren eröffnete sich, vor dem Hintergrund ethnomethodologischer Theoriebildung, ein Feld der sozialwissenschaftlichen Untersuchung transgeschlechtlicher Lebensweisen. Im Gegenzug dazu perspektivieren die Queer- und Gender Studies Transgeschlechtlichkeit in den 1990er Jahren neu.

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