Anja Schmidt


anjaschmidtDr. iur. Anja Schmidt studierte Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig und absolvierte das Rechtsreferendariat im Freistaat Sachsen. Im Jahr 2011 wurde sie mit ihrer Dissertation „Strafe und Versöhnung. Eine moral- und rechtsphilosophische Analyse von Strafe und Täter-Opfer-Ausgleich als Formen unserer Praxis“ von der Juristenfakultät Leipzig, an der sie wissenschaftliche Mitarbeiterin ist, promoviert. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten des Strafrechts, der Rechtsphilosophie und der geschlechterkritischen Rechtswissenschaft. Innerhalb der geschlechterkritischen Rechtswissenschaft setzt sie sich insbesondere mit feministischer Rechtsphilosophie und Rechtstheorie, LGBTI*-Rechten und der rechtlichen Regulierung von Prostitution und Pornographie auseinander. Zu diesen Bereichen hat Anja Schmidt unter anderem im Studienbuch „Feministische Rechtswissenschaft“, hrsg. von Lena Foljanty und Ulrike Lembke (1. Aufl. 2006, 2. Aufl 2012), veröffentlicht; sie hat dazu vielfach Vorträge und Workshops an unterschiedlichen Universitäten gehalten. Gegenstand ihres Habilitationsprojekts ist die strafrechtliche Bewertung von Pornographie, unter anderem vor dem Hintergrund der feministischen Pornographiebewegungen.

Kontakt: anja.schmidt@rz.uni-leipzig.de

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Pornographie

Etymologisch leitet sich der Begriff Pornographie aus dem Griechischen von „pornográphos“ (πορνογράφος), „über Huren schreibend“, ab (vgl. Paul, 2002). Vermutlich wurde er erstmals und in diesem Sinne 1769 von Restif de la Bretonnes in seiner Abhandlung „Le Pornographe“ verwendet (vgl. Hunt, 1994, S. 11). Der heutige Gebrauch des Begriffs ist vielfältig (vgl. Döring, 2011b, S. 230-234): Inhaltlich-funktionalen Definitionen zufolge liegt Pornographie dann vor, wenn nackte Körper bei sexuellen Handlungen direkt und detailliert zu sehen sind. Pornographie in diesem Sinn umfasst professionelle, kommerzielle heterosexuelle Mainstreampornographie sowie beispielsweise kommerzielle wie nicht-kommerzielle queere, schwule, lesbische, feministische Pornographien und Amateurpornographien. Juristische Definitionen erfassen bestimmte negativ konnotierte sexuell explizite Darstellungen. In der Alltagssprache kann der Begriff auch sexuelle Darstellungen erfassen, die keine Pornographie im juristischen Sinn sind, er kann zudem Bezüge zu Nichtsexuellem herstellen. Darunter fallen popkulturelle Verwendungen des Begriffs wie Porno-Rap oder die Benutzung des Adjektivs porno im jugendkulturellen Sprachgebrauch (vgl. Döring, 2013, S. 420). Als pornographisch werden sexuell explizite und sexuell nicht explizite Darstellungen auch bezeichnet, um sie als unmoralisch zu kennzeichnen, etwa wenn sie als sexistisch oder als ungehörig empfunden werden (vgl. Schubarth, 2010). [1]

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